Vision 450 auf LED Beleuchtung umrüsten

Vor etwa drei Jahren entschied ich mich, mein Vision 450 auf LED-Beleuchtung umzurüsten. Nach ausgiebiger Recherche fiel meine Wahl damals auf die Trocal-LED-Serie von Dennerle. Ich kaufte zunächst zwei 60 Watt LED-Balken und hängte sie mithilfe des Retro-Fit-Kits in meine Röhrenfassung ein. Der besondere Reiz einer solchen Beleuchtung bestand für mich allerdings nicht in der LED-Technik allein. Vielmehr reizte mich die Simulation von Sonnenauf – und untergängen. Ein lang gehegter Traum.  Deshalb kaufte ich zusätzlich auch gleich einen entsprechenden Computer zur Steuerung der beiden LED-Balken.

Warum keine HeliaLux Balken?

Ich hätte damals auch einfach zwei LED-Balken von Juwel kaufen können. Das wäre naheliegend und sicherlich um einiges einfacher gewesen. Zu dieser Zeit hatten diese aber leider ein sehr kaltes Farbspektrum, was mich vom Kauf dieser Balken abhielt.

Zwei 60 Watt Balken sind zu wenig

Mit dem Licht meiner Dennerle-Balken war ich grundsätzlich sehr zufrieden. Dennoch stellte sich schnell heraus, dass zwei Balken nicht ausreichend Licht liefern. Also kaufte ich einen dritten Balken und noch einen zweiten Computer, da je Computer nur zwei Balken steuerbar sind. So lief das Becken dann drei Jahre lang ganz gut.

Zu wenig Licht in den Randbereichen des Aquariums

Als ich dieses Jahr mein Becken wegen eingeschleppter Mitbewohner neu startete, setzte ich etwas anspruchsvollere Pflanzen in den Randbereich. Leider geriet ich abermals an die Grenzen meiner Lichtausbeute. Die Pflanzen dümpelten nur vor sich hin oder wuchsen – auf der Suche nach Licht –  schräg ins Becken hinein, statt nach oben. Also dachte ich erneut über eine Optimierung meiner Beleuchtung nach.

Könnte ich die Zeit um drei Jahre zurück kurbeln, hätte ich längere LED Balken gekauft und keine  Retro-Fit-Kits eingesetzt. Diese Art der Befestigung ist sicherlich praktisch, um Becken mit Abdeckung auf LED-Beleuchtung umzustellen. Man verliert jedoch wahnsinnig viel Licht.

In meinem konkreten Falle ist das Becken 150 cm lang, der reine LED-Balken misst aber gerade mal 105 cm. Es bleiben also 45 cm, die auf links und rechts verteilt quasi unbeleuchtet bleiben. Für dieses Problem galt es nun  eine Lösung zu finden, ohne die vorhandene Beleuchtung über Bord zu werfen. Eine drei Jahre alte Beleuchtung, für die knapp 1100,00 € geflossen sind, kann man nicht mal eben so verwerfen. Ich jedenfalls nicht. Verkaufen bringt einen Bruchteil dessen ein, was ich ausgegeben habe, also war improvisieren angesagt.

LED-Adapterprofile statt Leuchtbalken und Retro-Fit-Kit

Mir schwebte vor, meine vorhandenen drei LED-Balken mit einem vierten Balken aufzustocken und durch eine versetze Anordnung der Balken auch die Randbereiche auszuleuchten. Soweit die Theorie. Wie befestige ich aber diese Balken? Bei Juwel-Aquarien sind die Leuchtbalken immer ein Bestandteil der Abdeckung. Die Klappensets werden in die Balken eingehängt und in Kombination bilden Klappen und Beleuchtung die Abdeckung des Beckens. Entferne ich die Original-Leuchtbalken, bekomme ich mein Becken also nicht mehr zu. Ein offenes Becken war für mich keine Option.

Auf der Suche nach einer Lösung für dieses Problem stieß ich schnell auf sogenannte LED-Adapterprofile. Als Anbieter fand ich hier spontan die Marken daytime® und LEDaquaristik. Bei den daytime-Adaptern war ich mir unsicher, ob sie für mein Vorhaben geeignet sind und um ehrlich zu sein, stören mich die sehr dominant aufgedruckten Logos auf den Adaptern. Ich befasste mich also mit den Adaptern der Firma LEDaquaristik.

Was ist ein LED-Adapterprofil?

Sogenannte LED-Adaperprofile sind Alu-Profile, die statt der Original-Leuchtbalken von Juwel auf das Aquarium gelegt werden können. In diese Profile können die Juwel-Klappensets eingehängt werden. Auf diese Weise kann man sein Juwel-Becken auch schließen, ohne die Original-Leuchtbalken auf dem Becken zu haben. Unterhalb der Adapterprofile befindet sich eine Führung, in welche man die mitgelieferten Haltebrücken schiebt. An diese Haltebrücken werden dann die LED-Balken geschraubt. Ziemlich einfach, sofern man auch die LED-Beleuchtung aus dem Hause LEDaquaristik einsetzt. Aber einfach kann ja jeder.

Nachdem ich ein paar Fragen über den Service-Chat der Firma losgeworden war, entschied ich mich zum Kauf zweier solcher Profile, die dort eigens für die verschiedenen Juwel-Becken maßgefertigt und zum Kauf angeboten werden. An diesen Profilen wollte ich dann irgendwie meine Dennerle-Balken anbringen, und zwar versetzt. Die Problematik der Anbringung rückte zunächst jedoch in den Hintergrund, da sich ein anderes Problem auftat.

Das LED-Adapterprofil ist zu lang für mein Juwel-Becken

Kurze Zeit nach Bestellung trafen meine LED-Adapterprofile bei mir ein. Eins der Profile hatte eine kleine Macke, passiert.  Hierfür wurde mir ohne viel Tamtam eine Ersatzlieferung angeboten. Ein viel größeres Problem tat sich jedoch dann wenig später auf, als ich einen der Adapter auf mein Becken legte. Mir wurde heiß und kalt. Der vierte LED-Balken war bereits gekauft und nun war das Adapterprofil zu lang. Ich dachte, ich kriege eine Krise.

Die Firma LEDaquaristik hatte leider keine Idee dazu, woran es liegen kann und verdächtigten mein Becken als Verursacher. Die Firma Juwel sah das ähnlich, nur andersherum. Mir selbst half das alles wenig. Einige weitere Tests meinerseits zeigten dann, dass der Adapter an sich in der Länge passte, die Fräsung an der Unterseite jedoch nicht tief genug war und deshalb auf der Beckenrahmung auflag.

Seitens LEDaquaristik konnte mir leider keine Anpassung des Adapters angeboten werden. Das hat mich ein wenig enttäuscht, da die Adapter  – soweit mir bekannt – von der Firma selbst gefertigt werden. Eine Rückabwicklung des Kaufs stand mir frei, stellte aber mangels Alternative keine Lösung dar.  Man legte mir die Möglichkeit nahe, mich selbst an die Anpassung der Adapter zu wagen. Hierfür bot man mir dann freundlicherweise an, an dem beschädigten Adapter zu “üben” und mir diesen im Zweifelsfalle trotzdem zu ersetzen.

LED-Adapterprofil kürzen

Gesagt getan. Da es sich nur um einige Millimeter handelte und das Profil in keinen Gehrungskasten passte, entschied ich mich gegen den Einsatz einer Metallsäge und stattdessen für eine feine  Metallfeile.

Zugegeben, es war recht mühsam, aber schlussendlich waren meine Feil-Arbeiten von Erfolg gekrönt und das Profil passte auf mein Becken. Ich entschied mich nun doch gegen einen Austausch und erhielt als Ausgleich für die Schramme einen Preisnachlass. So musste ich mir die Arbeit nicht erneut machen.

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Halter für LED-Balken selbst bauen

Nun kehrte ich zu der Frage zurück, wie ich meine Dennerle Balken versetzt an den Adapterprofilen befestigen soll. In die LED-Balken schrauben fiel für mich aus. Also ging es erstmal zu Bauhaus. Einmal konzentriert Aluprofile ansehen in der Hoffnung, mir käme beim Anblick der Profile die zündende Idee. So war es dann auch.
Gekauft habe ich ein paar Profile mehr, als eigentlich benötigt. Verarbeitet habe ich nachfolgend aufgelistete Profile und Kleber.

  • Rohr Kantoflex , Aluminium, Blank, 1 Schenkel, 1.000 x 12,5 x 7,5 x 1,5 mm [Link]
  • Flachstange Kantoflex, Aluminium, Blank, Bohr-Kennrille, 1000 x 35,5 x 3,0 mm [Link]
  • Flachstange Kantoflex, Aluminium, Blank, Bohr-Kennrille, 1000 x 23,5 x 2,0 mm

Um die Profile sauber und gerade zuschneiden zu können, benötigt man eine Metallsäge und einen Gehrungskasten. Da sowohl mein Eisensägeblatt, als auch mein Gehrungskasten ziemlich ausgelutscht sind und ich an Werkzeug echt schwer vorbeikomme, habe ich mir das abgelichtete kleine Set für ein paar Euronen mitgenommen.

Aber was habe ich eigentlich vor?

Aus den zusammengekauften Aluprofilen möchte ich Halter für meine Dennerle LED-Balken bauen, die in die Führung der Adapterprofile geschoben werden sollen.  Als Basis für diese Halter dienen die mitgelieferten Haltebrücken der Firma LEDaquaristik.

Wie man unschwer erkennen kann, sind die Haltebrücken für eine Verschraubung der LED-Balken vorgesehen. Da ich bei meinem Vorhaben jedoch keine Schraubenköpfe brauchen konnte, entschied ich mich, aus den gekauften Aluprofilen und den vorhandenen Haltebrücken meine gedanklich entworfenen LED-Balken-Halter zusammenzukleben.

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Zuschneiden der Aluprofile

Um eine ausreichend große Klebefläche zu haben, fiel meine Wahl auch auf die etwas breiteren Flachstangenprofile. Ich sägte zunächst 16 Stücke á 30 mm Länge aus dem Rohrprofil, 8 Stücke á 90 mm Länge aus dem schmalen Flachstangenprofil und 8 Stücke á 125 mm aus dem breiten Flachstangenprofil. Die Sägekanten habe ich mit feinem Schleifpapier entgratet und alle Flächen, die später mit Klebstoff in Berührung kommen, leicht angeraut.

Verkleben der Aluprofile

Im Anschluss habe ich alle Einzelteile gründlich mit Aceton abgerieben um Klebstoffreste der Preisetikette und andere Verunreinigungen zu entfernen. Danach habe ich die Teile nur noch mit sauberen Einweghandschuhen angefasst. Da der Klebstoff eine offene Zeit von 45 Minuten hat, entschied ich mich, die Halter in zwei Arbeitsgängen zu fertigen.

Schritt 1

Im ersten Schritt habe ich die schmaleren Aluprofile auf die Haltebrücken geklebt. Diese haben den Zweck, den Abstand zwischen der Führung und der äußeren Profilkante so weit aufzufüttern, dass ich die breiteren Aluprofile später darauf befestigen kann. Außerdem habe ich die Rohrprofile auf die breiten Aluprofile aufgeklebt. Der Abstand der beiden Rohre zueinander richtet sich nach den Maßen der Dennerle Haltebügel.

Das Ganze habe ich dann bis zum nächsten Morgen ruhen lassen, damit alles so weit ausgehärtet ist, dass die Klebeverbindung beim Weiterbearbeiten keinen Schaden nimmt.

Testweise habe ich am nächsten Morgen mal den unteren Teil meiner Konstruktion in die Führung des LED-Adapterpofils geschoben. Es passte perfekt und hatte durch den aufgeklebten Alustreifen deutlich an Stabilität gewonnen. Ich denke anhand des Fotos ist nachvollziehbar, was ich weiter oben mit “auffüttern” gemeint habe.

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Schritt 2

Nun konnte ich die vorbereiteten Einzelteile im zweiten Arbeitsgang zu fertigen Haltern zusammenfügen. Hierzu kam dann erneut der Metallkleber zum Einsatz. Zum Schutz meiner Kamera gibt es vom kleben nur diese wenigen Fotos. Der Kleber besteht aus zwei Komponenten und ist während der Verarbeitung mit Vorsicht zu genießen. Nach vollständiger Aushärtung ist er völlig unbedenklich und chemisch quasi neutral. Hierzu habe ich mich vorsichtshalber telefonisch bei der Firma UHU schlau gemacht.

Die angerührten Klebstoffreste sind in die Bohrlöcher der Haltebrücken gewandert. Sieht auf den ersten Blick etwas unästhetisch aus, sorgt aber für eine zusätzliche Verankerung. Nun hieß es wieder geduldig sein, denn zur vollständigen Aushärtung benötigt der Kleber 24 Stunden. Danach habe ich den überschüssigen Kleber auf der Unterseite der fertigen Halter noch etwas abgeschliffen und konnte sie erstmals in die LED-Adapterprofile schieben. Beim Abschleifen der Klebstoffreste bekommt man übrigens einen ersten Eindruck von der Festigkeit des Klebers. Er nennt sich nicht ohne Grund Flüssigmetall.

Einschieben der Halter in die Adapterprofile

Bis hierhin war ich sehr zufrieden mit meiner Lösung aber jetzt wurde es spannend. Ein Rest Angst, dass ich irgendetwas nicht berücksichtigt habe und die LED-Balken nicht in die Halter passen, hielt sich tapfer. Nach dem ersten Versuch, die LED-Balken in den Haltern einzuhängen, machte sich Erleichterung breit. Es passte alles. Die Haltebügel der Retro-Fit-Kits ließen sich problemlos durch meine selbstgebauten Halter in die LED-Balken schieben. Auch die versetzte Anbringung machte keine Probleme. Die Kabel werden unter den Haltebügeln entlanggeführt und hängen somit nicht im Wasser. Ich war echt happy!

Nun musste das ganze Geschleuder nur noch aufs Becken passen. Im hinteren Beckenbereich passte das LED-Adapterprofil im übrigens auf das Becken, ohne dass ich Anpassungen vornehmen musste.

Die LED-Adapterprofile im Einsatz auf dem Vision 450

Grundsätzlich könnten die LED-Adapterprofile etwas breiter sein. Würde man alle Klappen des Klappensets bis an den Anschlag in die Adapterprofile schieben, bekäme man das Becken nicht geschlossen. Man muss die Profile schon ein wenig hin und her schieben, um eine Position zu finden, in der dann wirklich alles geschlossen ist. Hier sehe ich auf jeden Fall Optimierungspotenzial. Hat man die Adapter einmal so auf dem Becken platziert, dass alles passt, kennzeichnet man sich die Position am besten unauffällig. Sonst geht das Spiel bei jedem Pflegeeinsatz von vorn los.

Rein von der Optik her wirken die Adapterprofile durchaus sehr wertig. Ich kann mir nur vorstellen, dass das schwarz eloxierte Aluminium etwas empfindlicher ist, als die Kunststoffoberfläche der originalen Lichtbalken. Futterdosen sollte man vermutlich besser nicht darauf lagern und umherschieben. Ich mag aber ohnehin keine zugemüllten Aquarien-Abdeckungen. Unterm Strich kann ich sagen, die Lösung ist absolut zweckmäßig, passt schlussendlich perfekt und sieht zudem – von unten wie oben – richtig professionell aus.

Und was das Wichtigste bei der ganzen Aktion war, mein Becken ist jetzt wirklich bis an die Seitenscheiben ausgeleuchtet. Das macht sich bereits beim bloßen Blick auf das Becken bemerkbar. Zumindest ganz zu Anfang wirkte es zunächst deutlich breiter als zuvor. Irgendwann hat man sich sicherlich an den Anblick gewöhnt und es fällt einem nicht mehr auf. Bei der Wahl meiner Pflanzen bin ich nun in jedem Falle deutlich uneingeschränkter.

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