Artemianauplien ausbrüten, tägliches Lebendfutter für Zierfische

Gefühlt hat das Bewusstsein für eine gesunde, ausgewogene und vor allem artgerechte Ernährung von Aquarienbewohnern in den vergangenen Jahren zugenommen. Dennoch stellt die eigene Produktion von Lebendfutter für viele Aquarianer noch immer eine Hürde dar. Warum eigentlich? Artemianauplien kann wirklich jeder erbrüten und der Aufwand ist überschaubar.

Vielleicht gelingt es mir ja, dich mit diesem Beitrag zu überzeugen, deinen Fischen dieses nahrhafte Lebendfutter anzubieten. Hier erfährst du alles – aus meiner Sicht – Wissenswerte, um Artemianauplien erfolgreich auszubrüten.

Was sind Artemianauplien?

Als Nauplien bezeichnet man die winzig kleinen Eilarven von Krebstieren. In diesem konkreten Falle die Larven von Artemia salina. Landläufig bekannt als Artemia, Salzkrebschen, Salzwasserkrebse oder Salinenkrebse. Ausgewachsene Tiere findet man im gut sortierten Fachhandel als Lebendfutter in gekühlt gelagerten Beuteln mit Salzlösung.

Sind Artemianauplien ein gutes Futter?

Die Nauplien von Artemia Salina sind ein hervorragendes Futter. Sowohl zur Aufzucht von Jungfischen, als auch für viele ausgewachsene Fische. Der Nähwert liegt dem Vernehmen nach im Wesentlichen bei 50 % Proteinen und 20 % Fett, wovon der größte Teil im Dottersack der Winzlinge zu finden ist. Da sich diese nach dem Schlupf zunächst von diesem Dottersack ernähren, ist es naheliegend, sie schnellstmöglich zu verfüttern. Je früher, desto nahrhafter sind sie.

Dem Gerücht, die Nauplien hätten an Tag 2 bereits keinen oder kaum noch einen Nährwert, solltest du allerdings nicht zu viel Bedeutung beimessen. Du kannst auch sie getrost noch verfüttern.

Was benötigt man, um Nauplien zu erbrüten?

Viele Wege führen nach Rom. So ist es auch beim Ausbrüten von Artemiaeiern. Im Wesentlichen gibt es zwei Wege, Artemianauplien zum Schlupf zu bringen. Mit und ohne Belüftung.

Wenn du nur ein Aquarium besitzt, dein Bedarf an Nauplien überschaubar ist und du einen größeren Aufwand scheust, dann gibt es eine einfache, stromlose Möglichkeit, die Winzlinge auszubrüten.

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Benötigst du größere Mengen, besitzt vielleicht bereits eine Membranpumpe und störst dich nicht an einem blubbernden Brutbehälter, dann gehst du den fortgeschritteneren Weg.

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Und wenn du unbedingt Nauplien verfüttern möchtest, aber nur im kalten Keller oder der Garage Platz hast, den Brutbehälter unterzubringen, dann gibt es auch noch die Möglichkeit, beheizte Brutbehälter einzusetzen.

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Entscheidest du dich für Variante 2 oder 3, dann gibt es auch noch die Möglichkeit, DIY Behälter zu nutzen. Wenngleich es einfacher und optisch ansehnlicher ist, muss man Artemia nicht in vorgefertigten Schlupfbehältern ausbrüten. Wenn es deiner Lebensphilosophie eher entspricht, kannst du dir Brutgefäße auch aus PET-Flaschen basteln. Anleitungen hierzu gibt es wie Sand am Meer. Und auch das Temperieren der Kulturen kannst du abwandeln, indem du ein Aquarium oder Wasserbad als Wärmespender nutzt.

Die grundlegenden Dinge

Egal, auf welche Weise du Artemia salina ausbrüten möchtest, einige Dinge gelten für jede Vorgehensweise gleichermaßen. So benötigst du beispielsweise in jedem Fall Wasser und Salz. Und natürlich – ohne wäre das Ganze undenkbar – Artemiaeier, aus denen im besten Falle viele agile Nauplien schlüpfen.

Welches Wasser ist am besten?

Du solltest zunächst einfach versuchen, deine Nauplien in Leitungswasser zum Schlupf zu bringen. Man muss Dinge nicht von Anfang an komplizierter machen als nötig. Ich denke, die Mehrzahl der Aquarianer tut das so. Ich erinnere mich an meine ersten Versuche vor rund 23 Jahren. Damals klappte es auch wunderbar mit Leitungswasser und PET-Flaschen.

Es kann allerdings auch sein, dass die Beschaffenheit deines Leitungswassers ungeeignet ist, weil etwa geringe Mengen Chlor darin enthalten sind. Solltest du Probleme mit deinen Kulturen haben, kann das Wasser immer ein Verursacher sein. Ich nutze aktuell – da vorhanden – Osmosewasser. Aber keine Sorge, sollte dein Leitungswasser wider Erwarten ungeeignet sein, musst du deshalb keine Osmoseanlage kaufen. Manche Zoohandlungen geben für einen geringen Betrag Osmosewasser ab und zur Not tut es auch destilliertes Wasser für ca. 1,50 € je 5 Liter. Wo ein Wille, da ein Weg.

Welches Salz kann man nutzen?

Auch beim Salz gibt es verschiedene Möglichkeiten. Es gibt eigens für die Kultivierung von Artemia hergestellte Salze. Meist werden diese von Firmen angeboten, die auch Artemiaeier im Sortiment haben. Ich empfand diese Salze stets als unverhältnismäßig teuer.

Zeitweilig nutze ich trennmittelfreies Meersalz aus dem Lebensmittelhandel. Seit geraumer Zeit greife ich zu Siedesalztabletten, wie sie für Wasserenthärtungsanlagen genutzt werden. Du findest sie in jedem gut sortierten Baumarkt.

Der Vorteil dieser Tabs besteht nicht nur darin, dass du hochreines Natriumchlorid bekommst, sie sind auch vergleichsweise günstig.

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Der Mondpreis des Artemiasalzes lässt sich mir auch nicht mit dem Zusatz von „Phytoplankton“ erklären. Die Nauplien benötigen diesen Zusatz weder, um schlüpfen zu können, noch als Nahrung nach dem Schlupf. Unmittelbar nach dem Schlupf ernähren sich die Winzlinge – wie bereits erwähnt – von ihrem Dottersack und benötigen von daher keine Nährstoffzusätze. Wenn du deine Nauplien sofort verfüttern möchtest, dann benötigst du derartige Beimengungen im Salz nicht. Gib dieses Geld lieber an anderer Stelle für dein Hobby aus.

Wie viel Salz gehört in einen Brutansatz?

Da sind wir beim nächsten Vorteil, den die Tabs mitbringen. Neben der Reinheit und dem Preis der Siedesalztabletten ist auch das Gewicht der Tabs, mit 15 g je Tablette, nahezu optimal. Lästiges Wiegen oder Dosieren mit Messlöffeln entfällt. Ich nehme eine Tablette auf 500ml Wasser. Fertig!

Damit wäre auch dieses Thema geklärt. Mit ca. 30 g Salz je Liter habe ich bislang gute Erfahrungen gemacht.

Übrigens: Eine Messerspitze Natron auf 500 ml Wasser stabilisiert den pH-Wert deines Wassers und du optimierst die Bedingungen für ein gutes Schlupfergebnis noch einmal mit ganz geringem Aufwand.

Nun zu den Artemiaeiern

Und da sind wir auch schon bei der dritten Komponente angekommen, die für jede Art der Kultivierung unverzichtbar ist: Artemiaeier. Egal, ob du deine Artemianauplien mit oder ohne Belüftung zum Schlupf bringen möchtest, Eier benötigst du in jedem Falle. Aber, nicht jede Art von Eiern ist für jede Art des Ausbrütens geeignet. Entkapselte Artemiaeier, wie die von Algova® Werbung können nur in belüfteten Brutbehältern zum Schlupf gebracht werden.

Möchtest du also in der HOBBY Artemia Aufzuchtschale Werbung, Artemianauplien ausbrüten, dann benötigst du Artemiaeier mit Schale.

Welche Eier sollte man kaufen?

Was den Bereich entkapselte Artemiaeier angeht, habe ich bislang nur ArtemiaVita von Algova® ausprobiert. Was heißt, ausprobiert, ich nutze sie nun seit etwa 3 Jahren ausschließlich. Die Qualität ist nahezu gleichbleibend, und es ist sehr angenehm, die Nauplien nicht von Schalen trennen zu müssen. Hierzu gelegentlich in einem anderen Beitrag mehr.

Wenn es um herkömmliche Artemiaeier mit Schale geht, da finden sich diverse Anbieter am Markt. In den Ladenregalen findet man sie meist von den „üblichen Verdächtigen“ sprich Hobby und JBL. Ich würde beide nicht kaufen.

Eine klare Kaufempfehlung gibt es von mir für Sanders® Artemia Eier. Kaufen würde ich sie in einem Shop, der auf eine fachgerechte Lagerung* achtet, wie im Shop von Zierfischzucht AquaKö.

Jetzt höre ich förmlich die Empörung bezüglich des Preises. Lasst uns mal ein wenig recherchieren. Stand heute [08.05.2025] kosten 425 g Sandereier im oben verlinkten Shop 93,36 €.  Für 454 g Hobby Artemia Eier blättere ich bei Aquasabi immerhin schon satte 129,00 € hin. Die scheinbar günstigen Artemia Eier aus dem Hause JBL würden – ebenfalls bei Aquasabi – auf 425 g hochgerechnet 252,87 € kosten. Wenn man genauer hinsieht, stellt man also fest, dass Sanders® Eier sogar vergleichsweise günstig sind. Und das bei einer – nach meinem Empfinden – herausragenden Qualität.

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